Besser geht's nicht

Superfoods stärken das Immunsystem, können Krankheiten vorbeugen und sogar das Fell zum Glänzen bringen. Von Blaubeeren bis Quinoa: Das darf jetzt im Napf nicht fehlen.
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Bild: Shutterstock

Chiasamen, Goji- und Acai-Beeren: Sogenannte Superfoods sind seit ein paar Jahren in aller Munde – und geschätzte Zutaten im Smoothie, Müsli oder als Salat-Topping. Schließlich sollen sie dank ihrer Inhaltsstoffe das Immunsystem boostern, bei Krankheiten helfen, ja sogar ewige Jugend schenken. Und was für uns gut ist, kann Hunden nicht schaden. Kein Wunder also, dass der Superfood-Trend zunehmend auch Einzug in die Näpfe hält. In einer neuen Studie des Futtermittelherstellers Mera mit 4000 Teilnehmern gaben 66 Prozent der Befragten an, bei der Ernährung ihres Hundes dem gleichen Ernährungs­prinzip wie bei ihrer Familie zu folgen. Und 77 Prozent bestätigten, für die Ernährung ihres Lieblings nur das Beste zu wollen. Also, her mit den Superfoods!


Allerdings gibt es bei der Fütterung von Samen, Beeren und Kräutern einiges zu beachten. Auch wenn der Stoffwechsel von Hunden und Menschen recht ähnlich funktioniert, sind die Vierbeiner im Gegensatz zu uns unverbesserliche Schlinger. „Gut gekaut ist halb verdaut“ existiert in ihrer Welt nicht. Die Inhaltsstoffe vieler Superfoods entfalten aber erst durch Zerklei­nerung ihre Wirkung. Werden die Vitaminbomben mit einem Happs verspeist, verpufft der Effekt im Magen der Vierbeiner. Deshalb ist es wichtig, Beeren, Samen & Co. hundegerecht zuzubereiten, zum Beispiel durch Erhitzen oder Zerkleinern. Und: Nicht alle Superfoods, die für uns Menschen gut sind, eignen sich auch bedenkenlos für den Hund. Nehmen wir zum Beispiel die Avocado. Die Pflanzenart aus der Familie der Lorbeer­gewächse enthält in Schale, Kern und auch im Fruchtfleisch geringe Mengen Persin. Dieses Toxin ist für uns unbedenklich, kann aber bei Hunden zu einem tödlichen Herzstillstand führen. Auch wenn das Persin­vorkommen im Fruchtfleisch gering ist – eine Avocado hat im Napf nichts zu suchen. Das Gleiche gilt für Ma­cadamianüsse, die schon in kleinsten Mengen für Hunde giftig sind. Auch Nahrungsergänzungsmittel für Menschen, die Superfood-Bestandteile enthalten, sollten nicht einfach so an Vierbeiner verfüttert werden. Hunde sind leichter und kleiner als wir, brauchen also auch eine andere Dosierung. Wenn man das alles be­achtet, sind Superfoods aber eine echte Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung. Die gute Nachricht für alle, die beim Füttern Wert auf Nachhaltigkeit legen: Superfoods müssen nicht unbedingt exotisch sein – sogar bei der Gassirunde kann man welche finden.

 

Leinsamen

Die Wirkung von Leinsamen ist bereits seit Jahrtau­senden bekannt – Lein, oder auch Flachs, ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Leinsamen strotzen vor Ballaststoffen und Eiweiß, enthalten viele Omega-3-Fettsäuren und Kalzium. Außerdem schützen die in den Samen enthaltenen Schleimstoffe den Magen-Darm-Trakt, der vor allem bei Vierbeinern sehr empfindlich ist. Damit sie ihre volle Wirkung entfalten und der Körper die Inhaltsstoffe besser aufnehmen kann, sollte man Leinsamen vor dem Füttern immer quellen lassen oder schroten, zum Beispiel im Mixer. In Form von Leinöl sorgt das Mulitalent für ein glänzendes Fell. Das Öl kann man, genau wie die geschroteten Samen, drei- bis viermal pro Woche unter das Futter mischen.

 

Grünkohl

Früher verpönt, jetzt gehypt – vor allem unter seinem englischen Namen „Kale“: Aus dem Betacarotin des nährstoffreichen Wintergemüses könnten Hunde Vitamin A bilden, das Schleimhäute schützt, den Sehnerv stärkt und die Bildung von Antikörpern unterstützt. Außerdem unterstützen die enthaltenen Antioxidantien die Leber bei ihrer Entgiftungsarbeit. Allerdings eignet sich Grünkohl nicht für alle Hunde als Superfood: Tiere, die zu Blasensteinen neigen oder Probleme mit den Nieren haben, sollten das Grünzeug nicht vorgesetzt bekommen. Da Grünkohl – wie alle Kohlsorten – Blähungen verursachen kann, sollte er nur in kleinen Mengen und nicht öfter als einmal pro Woche in den Napf kommen. Faustregel: Pro zehn Kilogramm Körpergewicht serviert man dem Hund etwa 20 Gramm gekochten Grünkohl. Am besten püriert unter das Futter mischen!

 

Hanf

Was Hanf alles kann, ist wegen der berauschenden Wirkung ein wenig in Vergessenheit geraten. Zum Glück ändert sich das gerade – es wäre auch schade um die Inhaltsstoffe wie Magnesium, Kalium und Eiweiß. Hunde profitieren vor allem von Letzterem, weil sie einen höheren Proteinbedarf haben als wir Menschen. Außerdem stärkt Hanf das Immunsystem und unterstützt den Stoffwechsel. Man sollte Hanfsamen aber nicht einfach als Topping über das Futter streuen, denn Hunde können die Inhaltsstoffe der Samen nicht richtig aufspalten und verdauen. Sie müssen zerkleinert oder püriert werden. Wem das zu viel Aufwand ist, kann Hanfmehl oder Hanföl unter das Futter mischen. Beides gibt es im Bioladen zu kaufen, Hanfsamen sogar in der Drogerie. Mit CBD-Öl hat Hanföl übrigens nichts zu tun, da es aus den Samen gepresst wird. CBD-Öl dagegen entsteht aus der Hanfblüte. Einen berauschenden Effekt haben beide Öle nicht – weder für Mensch noch für Hund.

 

Kurkuma

Die Wirkung der bewährten Heilpflanze ist mittlerweile durch viele Studien belegt. Curcumin, der Hauptbestandteil der gelben Wurzel, wirkt antiviral, entzündungshemmend und antioxidativ. Auch bei Verdauungsproblemen nervöser Vierbeiner kann Kurkuma eine Lösung sein, denn Curcumin stimuliert die Bildung von Magen- und Gallensaft. Die südasiatische Pflanze, die vor allem als Gewürz bekannt ist, kann man als Paste oder Pulver, das ohnehin in vielen Küchen im Regal steht, füttern. Angst vor gelber Verfärbung auf dem weißen Shirt, wenn der Hund nach dem Kurkuma-Schmaus daran seine Schnauze abwischt, ist übrigens unbegründet. Einfach den Stoff nach dem Waschen für ein paar Stunden in die Sonne hängen, dann verschwinden die gelben Flecken wieder.

 

Quinoa

Das Korn aus den Anden gehört wie Buchweizen und Amaranth zu den sogenannten seudogetreiden.
Quinoa ist also besonders für diejenigen Vierbeiner geeignet, die unter einer Getreideallergie leiden. Aber auch alle anderen Hunde profitieren von dem Reichtum an Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Allerdings hat Quinoa einen Haken: An der Oberfläche der kleinen Körnchen befinden sich giftige Substanzen. Diese sogenannten Saponine können bei Vierbeinern Durchfall und Erbrechen verursachen. Zum Glück aber lassen sie sich unter kaltem, laufendem Wasser abwaschen.
Bevor Quinoa unter das Futter gemischt wird, muss es gekocht und gequellt werden. So verarbeitet kann man seinem Hund das Pseudogetreide zwei- bis dreimal pro Woche servieren.

 

Granatapfelkerne

Die kleinen roten Kerne sind ein echter Hingucker – ob auf dem Teller oder im Napf. Genau wie wir Menschen sollten Hunde nur die Kerne des Granatapfels essen und nicht das weiße Fruchtfleisch dazwischen oder gar die feste Schale. Beides ist schwer bekömmlich. Dafür enthalten Granatapfelkerne, anders als die Kerne vieler Obstsorten, keine Blausäure und können in kleinen Mengen bedenkenlos an Hunde verfüttert werden. Am einfachsten mischt man ein paar Kerne oder etwas Granatapfelsaft unter das Nassfutter. Das stärkt das Immunsystem, schützt Körperzellen vor freien Radikalen und kurbelt das Herz-Kreislauf-System an.

 

Noch mehr super Informationen zu Superfoods findest du in der DOGStoday Ausgabe 09/22.

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